Was uns antreibt

von Sascha Niedung

In der aktuellen Imagekampagne der Volks- und Raiffeisenbanken namens “Was uns antreibt” wird einmal mehr die Volksbank präsentiert, als Partner von Mensch und Unternehmen, der Mensch im Mittelpunkt.

Kundenservice ja, aber mit Unterschieden!

Zugegeben, in punkto Kundenservice können manche Volksbanken wirklich etwas vorweisen, doch die Unterschiede sind gewaltig.

6 % Dividende bei der Volksbank Bonn Rhein-Sieg

Die Volksbank Bonn Rhein-Sieg schüttet für das vergangene Jahr 2009 eine Dividende in Höhe von 6% aus. Darüber habe ich mich gefreut, wie auch über die Rückzahlung meiner Genossenschaftsanteile, die ich zwecks Umschichtung gekündigt hatte. Nicht gefreut jedoch hatte mich eine beigefügte Notiz, dass für die Auflösung eines Sparkontos noch die entsprechende Sparurkunde eingereicht werden muss. Das finde ich amüsant.

Ich hatte das Sparkonto nur der Genossenschaftsanteile wegen eröffnet, da der Berater mir mitteilte, dass ich Bankanteile nicht von meinem Girokonto aus bezahlen könne und dieses Konto für die Abwicklung zwingend erforderlich sei. Nun gut, damals eröffnet, seitdem nicht benutzt. Der Kontostand von 1 Euro dürfte sich nur minimal erhöht haben. Eine Sparurkunde liegt mir jedoch nicht mehr vor.

Dass war für mich Anlass, einmal in dieser Angelegenheit zu recherchieren.

Extreme Gebühren

Schon beim Preisverzeichnis werde ich fündig. Dabei ergibt sich eine Berechnung von satten 0,5 % vom Saldo bzw. mindestens 20 Euro für die Neuausstellung. Auf Grund der Tatsache, dass es sich hierbei lediglich um ein Blatt Papier mit Kundendaten, Unterschrift und Stempel handelt, empfinde ich diese Gebühr als regelrecht massiv.

In Berlin ist es günstiger

Brandenburger Tor in Berlin

In Berlin sind die Bankgebühren im Detail günstiger...

Die Berliner Volksbank, für mich der Kundenservice-Vorreiter der V+R Banken lässt sich diesen Aufwand lediglich mit 10,23 Euro bezahlen und auch nur, wenn der Kunde den Verlust zu verantworten hat.

Von Privatbanken kann man lernen

Hierbei können die Volksbanken von den Privatbanken lernen. Dort gibt es bei solchen Situationen häufig Kulanzlösungen oder einen Erlass der Gebühr, im Preisverzeichnis der Sparkassen findet sich ein solcher Passus nach meinen Recherchen nicht bis selten.

Zudem bringt es im Falle der Kontoschließung für Bank und Kunden nur unnötigen Aufwand mit sich.

Dieser Prozess der Kontolöschung begründet übrigens die Ausstellung der Sparurkunde. Erhalten bei Eröffnung, zurückzugeben bei Kündigung.

Online-Konto verträgt Sparurkunde

Das muss man als Kunde schon als außerordentlich bürokratisch empfinden. Doch auch hier bewegt sich etwas. Immer mehr Volks- und Raiffeisenbanken bieten Online-Konten an, bei denen keine Sparurkunde mehr ausgestellt wird.

Auch gibt es Banken, die in gewissen Abständen, wie jährlich oder halbjährlich eine kurze Aufstellung versenden, die ebenfalls als Sparurkunde gilt. Dabei handelt es sich meinen Recherchen nach jedoch vorwiegend um Privatbanken, wie etwa die HypoVereinsbank.

Wegen Gebühr nach 302 Jahren Plus-Minus=Null

Nach meinen Recherchen werde ich mein Konto dort vorerst bestehen lassen. Einer Berechnung zufolge könnte ich die Gebühr bei einem Zinssatz von 1% nach 302 Jahren aus meinem Guthaben bestreiten. Doch soweit die Theorie.

Möglicherweise wird die Bank das Konto auch im Laufe der Zeit wegen Nichtnutzung auflösen. Ich bin gespannt.

Andernfalls kann ich natürlich auch den Kontakt mit der Bank suchen. Mich treibt momentan nämlich die Schließung des Kontos ein. Vielleicht
wird die Volksbank dann auch sagen: Wir machen den Weg frei.

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Bildmaterial: youtube · privat

2 Kommentare zu „Was uns antreibt“

  1. Hans sagt:

    Was sagt ihr eigentlich zum P-Konto?

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