Sehr teuer: Kontoüberziehung bei der Staatsbank

Erinnern Sie sich noch? 2009 wurde die Commerzbank (teil-)verstaatlicht. In 2010 darf sich die Bank über hohe Gewinne freuen. Doch wo kommen diese her?

Der private Girokontonutzer ist der Dumme

In diesem Tagen versendete die Commerzbank an ihre Kunden ein Schreiben, in dem mitgeteilt wird, dass der aktuelle Zinssatz für geduldete Überziehungskredite jetzt bei 18,74 % liegt.

Brief der Commerzbank an ihre Kunden zum Überziehungskredit

Brief der Commerzbank an ihre Kunden zum Überziehungskredit

Billiges Ermessen und 3-Monats-Euribor

Weiterhin wird erklärt, dass die Commerzbank nach „billigen Ermessen“ den Zinssatz verändern kann, wenn sich der 3-Monats-Euribor verändert.

Der 3-Monats-Euribor gibt an, zu welchem Zinssatz Banken sich untereinander Geld leihen. Heute liegt er bei 0,90 %. Die Zinsdifferenz beträgt zwischen Einkauf des Geldes und Weiterverkauf an den Kunden bei beträgt demnach 17,84 %. Finden Sie das dreist von der Commerzbank?

Günstige Alternative

Günstigstes Online-Konto

Bei einer der günstigsten Direktbanken, der DKB, liegt der Zinssatz für geduldete Überziehungen zwar noch bei 12 %. Wer im Rahmen seines Dispos bleibt, der zahlt nur 7,9 %. Das könnte man als gut und fair bezeichnen. Weitere Infos: www.dkb.de

Die Internettochter der Commerzbank, Comdirect, nimmt immerhin noch 14,40 % für geduldete Überziehungen. Der normale Dispositionskredit liegt bei 9,9 %. Infos: www.comdirect.de

Wer dennoch ein Girokonto bei der Commerzbank eröffnen möchte, findet hier den passenden Link: www.commerzbank.de

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Bildmaterial: Commerzbank · DKB

5 Kommentare zu „Sehr teuer: Kontoüberziehung bei der Staatsbank“

  1. Ganghofer sagt:

    „Die Verluste des Kunden sind die Gewinne der Bank.“

    Dafür, dass die Banken gerade erst vom Steuerzahler, vom Bürger, von uns, dem bösen Kunden gerettet wurden, ist das Gebaren einfach dumm dreist.
    Ohne die Staatshilfen wären einige Kreditinstitute über die Wupper gegangen.
    Scheinbar fehlt in den Chefetagen das Bewußtsein darüber, wer ihnen gerade ihre Dummheiten ausgeglichen hat.

    Dazu passt folgender Artikel sehr gut:
    „http://www.focus.de/finanzen/boerse/finanzkrise/staatshilfe-commerzbank-enttaeuscht-die-steuerzahler_aid_539310.html“

    Die Commerzbank war mal die Mittelstandsbank, der Förderer der Wirtschaft.
    Welch armseliger Haufen – die Dresdner und Commerzbank!

  2. Julio sagt:

    Wie verträgt sich das eigentlich mit der Commerzbank KundenCharta?

  3. Markus sagt:

    Ich würde das Angebot einer Bank jetzt nicht nur wegen eines hohen Überziehungszinses aburteilen. Wenn dafür andere Konditionen gut sind (was ich bei der Commerzbank jetzt nicht beurteilen kann), heißt das, dass man vor allem Kunden fernhält, die ständig ihr Konto überziehen. Das halte ich jetzt nicht unbedingt für unvernünftig.
    Wenn andere Konditionen allerdings genauso schlecht sind, heißt das, dass man Kunden generell fernhält. Normalerweise wäre das das Problem der Bank. In diesem Fall wäre es wohl eher das Problem des Steuerzahlers.

    Leider fürchte ich (ohne es überprüft zu haben), dass eher letzteres zutreffen wird, da verstaatlichte Banken bisher nicht gerade durch wirtschaftliches agieren geglänzt haben. Die Risiko-Abwälzung auf den Steuerzahler setzt eben eher Anreize für moral hazard als für Sparsamkeit.

    • admin sagt:

      Es geht vielleicht auch im Einnahmemaximierung. Kunden, die Kontoüberziehungen haben, wechseln kaum bzw. haben schlechte Chancen mit einem vollen Dispo zu wechseln.

      Eigentlich mögen Banken Kunden im Minus, solange sie die Zinsen regelmäßig bezahlten können. Und weil der Kunden kaum wechseln wird, sind die Zinsen so hoch.