Warnung vor der 1822direkt

Wer nach guten Tagesgeldzinsen im Internet sucht, kommt schnell auf die 1822direkt. Das liegt an den attraktiven Neukundenangeboten der Bank, die für einen kurzen Zeitraum sehr hohe Zinsen garantieren.

Datenübermittlung an Auskunftsdateien!

Datenübermittlung an Auskunfteien durch die Bank

Datenübermittlung an Auskunfteien durch die Bank

Als Neu­kunde kommt man nicht drum herum die Sonder­beding­ungen der Banken zu akzep­tieren. Mit dem Unter­schrei­ben des Antrags willigt man ein:

  • Daten­über­mittlung an die Schufa, Wiesbaden
  • Aus­kunftei CEG Credit­reform Con­sumer GmbH, Neuss
  • Arvato info­score GmbH, Baden-Baden

Aufhebung des Bank­geheimnisses

Weiterhin heißt es in den Bedingungen der 1822direkt wörtlich: „…insoweit befreie ich die 1822direkt und die Frankfurter Sparkasse zugleich vom Bankgeheimnis“.
„Ergänzend bezieht die Frankfurter Sparkasse über die 1822direkt Bonitätsinformationen… von der informa Unternehmensberatungs GmbH, Baden-Baden“.

Eröffnung eines Testkontos

Wir versuchten das Tagesgeldkonto „CashSkyline“ ohne der Aufhebung des Datenschutzes zuzustimmen zu eröffnen und strichen deshalb im Antragsformular die entsprechenden Absätze durch.

Warum auch sollte die Bank mehrere Auskunftsdatenbanken darüber informieren, wie der Kunde sein Geld anlegt!?

Unserem Kontoeröffnungsantrag wurde nicht stattgegeben. Auf Anfrage teilte uns die Bank telefonisch (nicht schriftlich!) am Vormittag des 5.11. mit, dass sie bei einem Tagesgeldkonto nicht die Schufa informieren würde. Zu der Datenübermittlung an die gewerblichen Datenhändlern und die Aufhebung des Bankgeheimnisses wurde nicht Stellung genommen.

Etikettenschwindel?

Diese Zusammenstellung wirkt bewusst vorselektiert

Diese Zusammenstellung wirkt bewusst vorselektiert

Erstaun­lich ist, dass Max Herbst mit seiner FMH Finanz­beratung mal wieder die 1822direkt als beste Tages­geld­bank des Jahres ausge­zeichnet hat. Warum, ist nicht ein­leuchtend. An der guten Ver­zinsung kann es nicht gelegen haben, denn im Jahres­schnitt liegen andere Banken vor der 1822direkt.

Bestands­kunden ziehen bei der 1822direkt ohnehin eine lange Nase, da sie mit einer verhältnis­mäßig niedrigen Grund­verzinsung (aktuell 1,3 %) bedient werden.

Bei unseren Recher­chen fanden wir nur ein Dokument, aus dem hervorging, dass die 1822direkt eine Gesamt­punktzahl von 15,92 erhielt. Nach­folgend die Ziraat Bank (18,82 Punkte), und die SKG Bank (27,05 Punkte). Wie die Punkte zusammen kamen, wurde nicht erklärt. Anscheinend wurden nicht mehr als 10 Anbieter für dieses Testsiegel untersucht, da in der Tabelle nur 10 Banken aufgeführt wurden. Der Tagesgeldmarkt ist aber wesentlich größer!

Fazit zur 1822direkt

Eine Empfehlung für die Bank können wir aus oben genannten nachvollziehbaren Gründen nicht aussprechen!

Wer dennoch bei der 1822direkt das Tagesgeldkonto eröffnen möchte, der findet hier das entsprechende Angebot: www.1822direkt.com

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Bildmaterial: n-tv, 1822direkt

3 Kommentare zu „Warnung vor der 1822direkt“

  1. dieser Artikel hat mich sehr beeindruckt, denn es ist mehr als nicht nachvollziehbar, dass man eine Bank vom Bankgeheimnis freispricht, nur weil man ein Sparkonto eröffnen möchte!?!
    Äußerst interessant empfinde ich, dass nur telefonisch auf die Fragen eingegangen wird – anscheinend steht man nicht dazu.

    In Fällen wie diesen kann man nur hoffen, dass der Markt (=Kunden) die Antwort darauf geben.

  2. Benson sagt:

    Die 1822direkt ist eigentlich keine Bank sondern ein CallCenter der Frankfurter Sparkasse. Sobald man dort ein “ruhiges” Tagesgeldkonto mit etwas mehr Geld als üblich eröffnet, wird man ständig von Anrufen belästigt. Und zwar auch dann wenn man es sich mündlich und schriftlich verbeten hat. Und selbst wenn man ein erfahrener Zinshopper ist und täglich sein Konto sowie seine Anlagekonditionen prüft ist die 1822direkt schwer nachzuvollziehen und extrem intransparent. Zusammenfassend kann man meiner Meinung nach wirklich objektiv sagen, diese Bank lohnt sich nicht und nervt sehr extrem!

  3. Dr. Seltsam sagt:

    ich habe den Fall sogar an den hessischen Datenschutzbeauftragten gesandt. Leider sah man keinen eindeutigen Verstoß, da die Einholung einer Schufa-Zustimmung “auf Vorrat” rechtlich umstritten sei.
    Zum Glück gibt es genug Banken, die es nicht machen …

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