Gold kratzt an der 1000-Dollar-Marke
Meine aufmerksamen Stammleser werden bemerkt haben, dass ich seit Jahresbeginn Edelmetalle aus finanzieller Sicht stets mit einem Auge im Blick habe.
Einerseits habe ich vor Online-Shops gewarnt, die Anti-Krisenzubehör zum Weltuntergangspreis anbieten. Auf der anderen Seite wurden Online-Edelmetallhändler unter die Lupe genommen. Anlagegold24.de gefiel mir hierbei am besten.
Sommer ohne Gold und Silber
Im Sommer dümpelten die Kurse von Gold und Silber nur so vor sich hin, dass es sich kaum lohnte darüber zu berichten. Man sprach über Opel und Arcandor. Während sich das Publikum über die DAX-Ralley freute, nutzten Anleger, die sich in Edelmetallforen herumtrieben, die Zeit um relativ günstig nachzukaufen.
Wird es einen heißen Herbst geben?
Ja, davon gehe ich aus. Die Ausgangsposition sieht jedenfalls danach aus:
- Wirtschaftsabkühlung wegen Kreditklemme
- Entlassungswelle bei Großkonzernen (erst nach der Bundestagswahl)
- Medienspektakel wegen „neuen“ Grippe und Impfung (willkommenes Ablenkungsmanöver)
- Kursverfall beim DAX, weil immer mehr Menschen auffällt, dass die Gewinnaussichten nichts mehr mit den Kursen zu tun haben und es auch andere Möglichkeiten gibt, Vermögen inflationssicher anzulegen
- sinkende Steuereinnahmen bei steigenden Ausgaben, Schuldenspirale
- kaum noch Verständnis für den kostspieligen Krieg in Afghanistan

Die Zeichen stehen auf Herbststürme.
Ein Freund von mir formulierte es so: „Wir leben in einer spannenden Zeit!“
Nur ein Argument für Anstieg von Gold
Die Nachfrage von Anlegern wird den Bestellrückgang der Industrie mehr als ausgleichen.
Edelmetalle werden von einer derzeit noch kleinen Gruppe von Finanzberatern als „Rettungsboote“ für ihre Kunden (Vermögenssicherung, Investment) empfohlen. Der Verkauf von Gold und Silber ist gleichzeitig ein Rettungsboot für Finanzberater, weil sich andere Produkte zusehens schlechter verkaufen lassen.
Edelmetalle kann man physisch, an der Börse (ETF, Minenaktien) oder über Unternehmensbeteiligungen erwerben. Meist wird die physische Form oder eine Unternehmensbeteiligungen empfohlen, weil hier die Provision am höchsten ist.
Einige Kunden bekommen sogar ETFs und Aktien verkauft – diese allerdings im Mantel einer Versicherung. Vielleicht weil erst dann die Provision lohnenswert ist?
Die Anzahl der edelmetallverkaufenden Berater nimmt stetig zu und somit ebenfalls die Nachfrage nach Gold und Silber.
Mein Ausblick
Trotz aller Manipulation des Gold- und Silbermarkts, wird die 1000-Dollar-Marke beim Gold in diesem Jahr deutlich überschritten werden. Im weiteren Verlauf wird es zu einer schnellen und deutlichen Übertreibung kommen. Wie jede Blase wird auch diese irgendwann platzen.
Ich will damit aber nicht sagen, dass man die Finger von Gold und Silber lassen sollte. Für den privaten Anleger ist meiner Meinung nach Silber das interessantere Metall.
Verwandte Themen
Warum gibt es (fast) keine deutschen Bad Banks?
Aus der Geschichte kann man lernen…
Bildmaterial: Arbeitsgemeinschaft Edelmetalle · Huber, Pixelio


