Die Zukunft des Tagesgelds
So richtig beliebt wurde das Tagesgeld erst in den letzten drei Jahren. Es bot eine 100%ige Sicherheit mit recht guten Zinsen (zu mindest gegenüber dem Sparbuch, welches das Tagesgeldkonto in keinem Punkt schlagen kann).

Wann geht es mit dem Tagesgeld wieder aufwärts?
Heute sind einige Anleger wegen der scheinbar mickrigen Verzinsung des Tagesgelds überdrüssig.
Hatten wir das nicht schon mal?
Ja, das Zinsniveau beim Tagesgeld war 1999 bis 2001 ebenfalls sehr ansehnlich. Nur gab es damals nicht so viele Anbieter und die Nutzung mittels Online-Banking war nur ein Bruchteil der heutigen Dimension.
In den Zwischenjahren dümpelte das Tagesgeld vor sich hin, genau wie heute. Und genau wie damals, wird es wieder zinsstärkere Zeiten für Tagesgeld geben. Doch wann werden diese sein?
Ursache der niedrigen Zinsen
Sie sind noch nicht konkret in Sicht. Ursache ist das billige Zentralbankgeld, welche die Bankenlandschaft überschwemmt. Kaum eine Bank ist auf zusätzliche Spareinlagen von Kundenseite angewiesen. Dieser Finanzierungskanal ist für die Bank teuerer als die Versorgung über die Zentralbank.
Den besten Zinssatz bietet nicht die beste Bank
Vorsicht ist bei Banken, vor allem bei nichtdeutschen Instituten geboten, die sehr hohe Zinssätze für Kundeneinlagen anbieten. Die Bankenwelt ist lange nicht so stabil, wie es scheint.
Trotz europäischer Einlagensicherungssysteme ist es für den Bankkunden stets besser, wenn seine Bank nicht zusammenkracht. Im Fall Kaupthing Bank konnte man sehen welche Schwierigkeiten für Anleger entstehen.
An dieser Stelle möchte ich daran erinnern, dass die Kaupthinganleger nur entschädigt wurden, weil unsere deutsche Regierung freiwillig dafür gesorgt hat. Ohne deutsches Staatsgeld wäre der isländische Einlagensicherungsfonds nicht mal annähernd dazu in der Lage gewesen! Ob das ein zweites Mal möglich ist?
Tagesgeldkonto behalten
Inhabern von Tagesgeldkonten sollten diese weiter für ihre liquide Reserve oder als Parkmöglichkeit unabhängig vom aktuellen Zinssatz weiter nutzen. So richtig Geldverdienen tut man wegen der Inflation sowieso nicht damit. Meist gehen steigende Zinsen und Zuwächse der Inflationsraten Hand in Hand. Aber gerade für die kommende wirtschaftlich schwierige Situation ist eine ausreichend große liquide Reserve empfehlenswert.
Nicht in Festgeld umschichten
Aus unserer Sicht ist es nicht empfehlenswert, wegen ein paar Nullkomma-Prozente Kapital langfristig zu binden.
Andere Märkte
Das massenhafte billige Zentralbankgeld lässt in anderen Märkten (Renten, Aktien, Rohstoffe) neue Blasen entstehen. Es besteht die Chance und das Risiko tolle Renditen „zu verdienen“. Man muss aber rechtzeitig wieder raus aus dem Markt, denn jede Blase, die entsteht, fällt auch wieder zusammen. Letztes Beispiel: die Immobilienblase in mehreren westlichen Ländern.
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Bildmaterial: James Thew

Die Erinnerung an den Kaupthing-Fall ist inhaltlich falsch: Weder Geld des isländischen Sicherungsfonds noch deutsches Staatsgeld ist jemals an die Kaupthing-Sparer geflossen. Beides war nicht notwendig, da Kaupthing in der Lage war, das Kapital der Privatanleger vorrangig aus eigenen Mitteln auszuzahlen. Bezüglich der Zinsen und anderer Forderungen läuft momentan für alle Anleger das Anmeldeverfahren beim Abwicklungskomitee.
Nichtsdestotrotz stimmt der Hinweis, dass große und langwierige Schwierigkeiten entstanden sind.