Bank of Scotland bald pleite?

Unsere Recherche für diesen Beitrag wurden von der Meldung, dass die Bank ihren Vermittlern ab Mai bzw. Juni insgesamt 62 % weniger Vergütungen zahlen wird, ausgelöst. Was denkt wohl ein Finanzmakler, wenn er für seine Arbeit plötzlich nur noch gut ein Drittel seines üblichen Provisionsverdiensts erhält? Dass seine Partnergesellschaft in ernsten wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckt?

bank of scotland
Ausschnitt vom der Internetseite der Bank of Scotland.

Das muss aber auf die Bank of Scotland nicht zutreffen. Denn Provisionen sind ebenfalls ein Mittel um das Geschäft zu steuern. Bei hohen Provisionen sind Vermittler fleißig und bestrebt der Bank viel Anlegergeld zuzuführen. Sinkt der Geldbedarf des Instituts, senkt es im Allgemeinen die Zinsen, so dass sich weniger Menschen für eine Geldanlage bei der Bank entscheiden. Ein anderes Mittel ist die Provisionssenkung, damit Vermittler dieses Produkt weniger empfehlen.

Einlagensicherung der Bank of Scotland

Leider konnten wir kurzfristig seitens des Kreditinstituts keine Antwort auf unsere Eingangsfrage bekommen. Allerdings eine gute Erklärung zur Einlagensicherung der Bank: Kundeneinlagen sind bis 50.000 britische Pfund (umgerechnet ca. 59.000 €) zu 100 % durch den englischen Einlagensicherungsfonds abgesichert. Darüber hinaus sei der englische Staat an der Lloyds Banking Group zu fast 50 % beteiligt. Man läge quasi bei einer halbstaatlichen Bank an. Das ist doch was!
 
Wir erinnern uns, dass die britische Regierung im Herbst vergangenen Jahres sieben Banken „notverstaatlichte“, um einen Zusammenbruch des Systems zu vermeiden. Zu diesen Banken gehört auch die heutige Lloyds Banking Group – es handelte sich damals quasi um einen Notzusammenschluss in der Finanzkrise. Teil dieser Bankengruppe ist auch die größte Hypothekenbank Großbritanniens Halifax Bank of Scotland (HBOS). Diese Bank entstand durch das Zusammengehen von Halifax und der Bank of Scotland. Die Marken werden dennoch getrennt weitergeführt. Und wiederum gehört die deutsche Filiale, deren Hauptgeschäft es ist deutsche Sparguthaben einzusammeln, zur Bank of Scotland mit Sitz in Edinburgh.
 
Das „Einsammeln“ der Sparguthaben geschieht über Tagesgeldkonten mit hoch attraktiven Zinsen. Diese gibt es in Deutschland von Bank of Scotland erst nach der Schieflage; dem Land mit dem höchsten Aufkommen an Tagesgeldeinlagen!
 
Tages- und Festgelder stellen gerade für Banken, die auf Grund ihrer Bonität Schwierigkeiten haben auf dem Kapitalmarkt Geld zu bekommen, eine administrativ umfangreiche aber dennoch gute Finanzierungsmöglichkeit da.

Britischer Einlagensicherungsfonds

Ähnlich der deutschen Staatsgarantie für Sparguthaben hat auch die britische Regierung eine Garantie verabschiedet. (Anmerkung: Für deutsche BoS-Anleger gilt nicht die deutsche Staatsgarantie, nur die Britische.) Denn wenn mehrere große Banken insolvent gehen, wäre es auch naheliegend, dass der Einlagensicherungsfonds ebenfalls zahlungsunfähig wird. Dies geschah im Jahr 2008 als in Island mehrere Banken zusammenbrachen. Hier waren 30.800 deutsche Anleger über die Kaupthing Bank betroffen.

Steht England ein Staatsbankrott bevor?

Unter dem Titel „Das Land ist pleite“ schreibt aktuell eine ORF-Redakteurin über dieses Thema:
http://www.orf.at/090123-34220/?href=http%3A%2F%2Fwww.orf.at%2F090123-34220%2F34221txt_story.html.
 

Fazit zur Bank of Scotland

An der Seriosität der Bank of Scotland und deren Tagesgeldkonto haben wir keine Zweifel. Gleichwohl empfehlen wir deutschen Kunden eine erhöhte Wachsamkeit und das Verfolgen der Nachrichtenlage.

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Bildmaterial: Bank of Scotland

1 Kommentar zu „Bank of Scotland bald pleite?“

  1. Philipp sagt:

    62% weniger für effektive Vermittler und gleichzeitig Millionen-Ausgaben für einen TV-Werbespot mit hohen Streuverlusten, schön!

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