Postbank: Sparer für dumm verkaufen?

Werbung der PostbankAls ich heute Morgen die örtliche Postfiliale betrat, fiel mir sofort die große Werbung für das Postbank Quartal-Sparen auf: “4,25 % Zinsen ab dem ersten Euro”. Dieser Schriftzug suggerierte mir, dass es sich um ein lukratives Tagesgeldkonto handele. Wäre es so gewesen, hätte ich vielleicht selbst dieses Postbank-Konto eröffnet.

Doch im Gespräch mit dem Postbediensteten stellte sich heraus, dass die 4,25 % zusammengerechnet sind und ausschließlich zu Werbezwecken dienen.

Bei genauerem Hinsehen spricht die Postbank nämlich von einem “soliden Basiszins von 0,5 %”. Diese Verzinsung ist nicht solide sondern mickrig! Diesen Zinssatz bekomme ich schon auf meinem Girokonto (siehe DKB Cash), da benötige ich kein zusätzliches Sparkonto.

Den sogenannten Quartals-Bonus von 2,75 % bekommt der Postbank-Kunde nur, wenn er sein Geld konstant über das gesamte Quartal anlegt. Erinnert mich irgendwie an Festgeld, mit dem Unterschied, dass dort die Verzinsung besser ist (siehe Finansbank).

Der Extra-Bonus von 1 % wird nur für den Zeitraum 01.04.-30.09.2007 gewährt, wenn während dieser Zeit der Kunde kein Geld vom Konto runterholt.

Es stimmt: Rechnerisch kommt man so auf 4,25 %…

Und noch ein Haken: Möchte der Postbank-Geldanleger mehr als 2.000 Euro der Spareinlage abbuchen, ist er an eine dreimonatige Kündigungsfrist gebunden.

Der Postbedienstete am Schalter hat mich noch daraufhin gewiesen, dass dieses Angebot ausschließlich für Neu-Kunden der Postbank gelte. Meine liebe Postbank, mit solchen Konditionen werden die wenigsten Ihrer Neu-Kunden lange Freude am Quartals-Sparen haben.

Eines möchte ich der Post zu gute halten: Der Herr am Schalter sagte mir offen und ehrlich, dass ich mir die Konditionen ansehen und anschließend gut überlegen solle, ob dieses stark beworbene Produkt wirklich etwas für mich ist? Und ich habe genau hingesehen. Danke an diesen aufrichtigen Postbediensten!

Quellen: Auskunft des Postbediensteten, dessen Namen ich nicht mehr weiß; Postbank-Werbeflyer und die Webseite der Postbank.

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