Der unsinnige Run auf Garantiefonds
Viele Aktienfonds haben ihre Höchststände aus der Boomzeit 1999/2000 wieder erreicht. Ganze Heerscharen von Privatanlegern verkaufen ihre Fondsanteile zum Einstiegspreis, da sie der Meinung, sind so keinen Verlust erlitten zu haben.
Nach dem “Börsengesetz” fallen die Börsenkurse, wenn mehr Verkaufsgesuche als Kaufangebote auf den Markt treffen. Doch die Kurse steigen, denn zeitgleich verkaufen Banken, allen voran die eingesessenen Filialbanken, so viele Garantiefonds wie noch nie. (Hintergrundinfo: So funktioniert ein Garantiefonds).
Vielfach handelt es sich um die selben Geldanleger. Es findet quasi nur ein Tausch statt: Oberlehrer Schulze verkauft renommierten Investmentfonds, freut sich über das Geld, kauft davon neuartigen Investmentfonds und gleich eine Versicherung dazu.
Einfach ausgedrückt ist ein Garantiefonds eine Fondsanlage mit einer Versicherung, die unter bestimmten Bedingungen den Kapitalerhalt absichert bzw. vor einem Totalverlust schützt.
Garantieversprechungen, besonders in unsicheren Zeiten, schränken die Auswahl der Investmentmöglichkeiten der Fondsmanager gewaltig ein. Teilweise muss sogar Geld aus dem Portfolio entnommen werden, um eine Absicherung zu kaufen. Dieses Geld kann keinen Gewinn für den Kapitalanleger erwirtschaften.
Um nicht enttäuscht zu werden, sollte bei dieser Anlageform der Investor keine herausragende Rendite erwarten.
Unter diesen Umständen verzichte ich lieber auf eine renditemindernde Versicherung und packe mein übrig gebliebenes Spargeld langfristig in einen renommierten Aktienfonds und denke an Kostolanys Ausspruch: “Gewonnenes Geld an der Börse ist Schmerzensgeld. Erst kommt der Schmerz und dann das Geld”.
Bildmaterial: Johann Janecke