Deutsche Bahn vergleicht sich mit Sozialamt

Verspätungen und Zugausfälle sind bei der Bahn nichts Neues. Meine persönlichen Erfahrungen, gestützt von Tagebucheintragungen belegen, dass die Bahn auf Fernstrecken zu 60 Prozent pünktlich ist. Andersrum geschrieben: Bei vier von zehn Reisen wird der Bahnkunde (teils erheblich) verspätet zum Zielbahnhof gebracht.

Das schafft Unmut bei den Reisenden.

Um die reisende Kundschaft zu besänftigen hat die Deutsche Bahn AG folgendes Rezept: Ab einer Verspätung von einer halben Stunde gibt es ein Getränk gratis.

Was ist wenn der Zug nicht ganz 30 Minuten Verspätung hat (wie bei mir heute)?

  • Man erreicht seinen Anschlusszug nicht mehr (jetzt gibt es eine Verzögerung von mehr als 30 Minuten, aber zählt das denn?)
  • Termine und Verabredungen müssen verschoben werden oder platzen ganz.
„First Class“ wird zum Warteraum für Sozialbedürftige
Zentrale der Bahn oder des Sozialamts?Eindeutig kein Sozialamt. Gehobene Klasse aber auch nicht.

Auf meine Bitte um einen Kaffee als Ausgleich für die entstandenen Unnämlichkeiten, bekam ich heute die Antwort, dass die 30 Minuten Verspätung noch nicht erreicht sein (Tolles Ziel!). Statt des Kaffees erhielt ich die witzige Auskunft: „Die Bahn sei kein Sozialamt“.

Liebe Eisenbahnerinnen, liebe Eisenbahner,
lieber Herr Bahnbediensteter Schm*** des heutigen ICEs nach Basel,

dass das Reiseabteil der 1. Klasse in einem ICE kein Sozialamt ist, merkte ich nicht zuletzt beim Bezahlen meiner Tickets. Gerade deswegen vermutete ich anders (als möglicher Weise in einer Amtsstube) behandelt zu werden!
Ein Gratiskaffee unter 30 Minuten, ein Cent-Artikel in der Herstellung, hätte mein beschädigtes Vertrauen zur Bahn stark verbessert.

Das nächste Mal reise ich mit dem Flugzeug.

Und ich informiere mich zu vor über Reise Versicherungen.

Bildmaterial: Fred Vollmer, Pixelio

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