Im Wandel. Wohin verändern sich unsere Banken?

Aus Neugier betrat ich die Filiale einer großen deutschen Bank in der Berliner Friedrichstraße. Meine Augen weiteten sich vor Erstaunen, denn neben den klassischen Bankprodukten konnte der geneigte Besucher Briefpapier, Schreibgeräte und jede Menge anderer Accessoires erwerben.

Filialbank vs. DirektbankIch hörte von einer anderen Bank, die einen Backshop im Kundenbereich integriert hat. So ein Allround-Konzept, wie man es im ländlichen Raum antrifft, wo die Postfiliale mit einem Schreibwarenladen und einem Versandshop kombiniert ist, ist meiner Meinung nach ein Irrweg in der Bankenlandschaft.

Dass Bankgeschäft mit einem finanzfremden Gewerbe zu koppeln, ist zwar ein interessanter Marketinggag, bringt aber keinen Mehrwert in Bezug auf Image und Vertrauen. Gerade auf letzteres kommt es beim Thema Geld besonders an.

Für die Zukunft stelle ich mir Banken vor, die irgendwo zwischen einer Selbstbedienungs-Direktbank und einer verkrusteten Filialbank liegen. Ich wünsche mir Banken, die aggressive und von mir nicht gewünschte Verkaufsgespräche unterlassen (im Filialbereich immer noch Tagesprogramm).

Vor allem möchte ich meine kontoführende Bank auch abends erreichen, wenn ich bei der Online-Überweisung ein Problem habe. Es ist ein schönes Gefühl, die Transaktion nicht auf den nächsten Tag verschieben zu müssen, sondern durch einen kurzen Telefonanruf (aber bitte ohne lästige Computerstimme) erledigen zu können.

Die Bank, die meinen Vorstellungen am nächsten kommt, ist die Deutsche Kreditbank (DKB). Sie hat ein ausgezeichnetes Girokonto-Angebot und unterhält ein kleines kostengünstiges Filialnetz. Was mir besonders gefällt: Der DKB-Kunde kann sich an jedem Bankautomaten der Welt gebührenfrei Bargeld vom Girokonto auszahlen lassen.

Solche Konditionen sollten ein Ansporn für andere Banken sein. Und wer nicht so lange warten möchte, bis andere Institute nachgezogen haben, der wechselt zur DKB – wie ich übrigens auch.

Bildmaterial: Johann Janecke

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